Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Wesen, und die Qualität unserer Beziehungen hat tiefgreifende Auswirkungen auf unsere körperliche und mentale Gesundheit. Eine der längsten und umfassendsten wissenschaftlichen Studien über das menschliche Leben – die Harvard Study of Adult Development, die Teilnehmer über mehr als 80 Jahre begleitet – fand heraus, dass der stärkste Prädiktor für langfristiges Glück, Gesundheit und Lebensdauer die Qualität der engen Beziehungen einer Person ist. Menschen, die warme, unterstützende Verbindungen pflegten, berichteten nicht nur von größerer Lebenszufriedenheit, sondern erfuhren auch bessere körperliche Gesundheit und lebten länger als diejenigen, die isolierter waren (Waldinger & Schulz, 2010).
Die Emotionally Focused Therapy (EFT), entwickelt von Dr. Sue Johnson, ist eine der einflussreichsten modernen Ansätze zum Verständnis und zur Stärkung erwachsener Beziehungen. Basierend auf der Bindungstheorie zeigt EFT, wie sichere emotionale Bindungen als sicherer Hafen und sichere Basis wirken. Forschungsergebnisse belegen, dass EFT bei Paaren zu großen, nachhaltigen Verbesserungen der Beziehungzufriedenheit und emotionalen Responsivität führt, insbesondere durch die Schaffung sicherer Bindungsmuster (Johnson, 2007).
Sichere Bindung und Co-Regulation in Beziehungen haben eine beruhigende Wirkung auf unser Nervensystem. Wenn wir uns emotional verbunden fühlen und auf andere reagieren, sinken Stresshormone und unsere Resilienz steigt. Emotional unterstützende Beziehungen helfen uns, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen, und verringern die Auswirkungen von Belastungen auf Körper und Geist (Cozolino, 2014).
Nicht alle Beziehungen haben denselben Einfluss. In The Power of the Other erklärt Dr. Henry Cloud, dass Beziehungen in Qualität der Verbindung und Einfluss auf unser Wachstum variieren. Er beschreibt vier „Ecken“ des Beziehungsraums:
Nur Beziehungen in Ecke Vier haben durchgehend nährende Effekte: Sie lassen uns gesehen und verstanden fühlen, regulieren unsere Emotionen, fördern Wachstum und bieten sinnvolle Unterstützung in Feierlichkeiten und schwierigen Zeiten (Cloud, 2012). Die Verbesserung der Beziehungsqualität hat messbare Auswirkungen auf Glück, Emotionsregulation, körperliche Gesundheit und Lebensdauer, was sie zu einem der wichtigsten Bereiche für Wohlbefinden macht.
Verbesserung deines Beziehungslebens
Freundlichkeit
Übe Freundlichkeit dir selbst und anderen gegenüber – auch Fremden oder Menschen, mit denen du vielleicht nie sprichst. Akte der Mitgefühl schaffen sowohl Freude als auch Resilienz.
Eine kleine Veränderung zum Ausprobieren: Denke jede Woche an eine freundliche Handlung für eine andere Person.
Zugehörigkeit
Schaffe Zeit, um mit anderen im echten Leben präsent zu sein. Lege dein Telefon weg, konzentriere dich aufeinander und stärke gemeinsame Erlebnisse.
Eine kleine Veränderung zum Ausprobieren: Plane eine wöchentliche Mahlzeit, einen Spaziergang oder eine Aktivität mit einer wichtigen Person.
Verbindung
Achte auf Momente oder Aktivitäten, in denen du dich tief mit anderen verbunden fühlst, und bringe mehr dieser Erfahrungen in dein Leben.
Eine kleine Veränderung zum Ausprobieren: Führe ein Journal über diese Momente und plane ein oder zwei davon jede Woche zu wiederholen.
Verwundbarkeit
Teile deine Bedürfnisse und Wünsche in Beziehungen. Auch wenn es keine Garantie für die Reaktion anderer gibt, stärkt das Ausdrücken deiner Gefühle die Verbindung zu deinen eigenen Bedürfnissen.
Eine kleine Veränderung zum Ausprobieren: Wähle diese Woche eine Beziehung, in der du ehrlich ein Bedürfnis oder einen Wunsch ausdrückst.
Kommunikation
Lerne neue Werkzeuge oder Ansätze, um die Verbindung zu verbessern, wie gewaltfreie Kommunikation, aktives Zuhören oder ehrliche Check-ins.
Eine kleine Veränderung zum Ausprobieren: Übe eine neue Kommunikationstechnik in einem Gespräch diese Woche.
Empathie / Perspektivenübernahme
Berücksichtige die Perspektiven anderer und deine eigene in Beziehungen. Reflektiere, was dies für den nächsten Schritt bedeutet: Kann sich die Beziehung verbessern? Ist es Zeit, dich auszudrücken? Den anderen so zu akzeptieren, wie er ist? Oder zu trauern, was hätte sein können?
Eine kleine Veränderung zum Ausprobieren: Reflektiere in einem Journal über eine Beziehung und welche Erkenntnisse aus Perspektivenübernahme für dein weiteres Handeln folgen.
Literaturverzeichnis
Cloud, H. (2012). The power of the other: The startling effect other people have on you, from the boardroom to the bedroom and beyond. HarperOne.
Cozolino, L. (2014). The neuroscience of human relationships: Attachment and the developing social brain (2. Aufl.). W.W. Norton & Company.
Johnson, S. M. (2007). The contribution of emotionally focused couples therapy. Journal of Contemporary Psychotherapy, 37(1), 47–52. https://doi.org/10.1007/s10879-006-9034-9
Waldinger, R. J., & Schulz, M. S. (2010). What’s love got to do with it? Social functioning, perceived health, and daily happiness in married octogenarians. Psychology and Aging, 25(2), 422–430. https://doi.org/10.1037/a0018678
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