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Gesunde Gewohnheiten in einer Beziehung: Was glückliche Paare von anderen unterscheidet

Deine Erfahrung und Erlebnisse sowie deine Ziele stehen für mich an erster Stelle

Gesunde Gewohnheiten in einer Beziehung: Was glückliche Paare von anderen unterscheidet

Über vierzig Jahre Forschung des Gottman-Instituts haben gezeigt, dass glückliche Paare nicht frei von Konflikten sind – sie gehen nur anders miteinander um. Die Art, wie sie kommunizieren, reagieren und sich wieder verbinden, bildet eine vertrauensvolle Basis, die sie auch durch schwierige Zeiten trägt.

1. Sie wenden sich einander zu

In gesunden Beziehungen achten Partner auf kleine Signale der Verbindung – eine Frage, eine Berührung, ein Seufzer – und reagieren darauf. Ein einfacher Moment wie kurz innehalten, um den Partner anzuschauen, kann sagen: „Du bist mir wichtig.“
Beispiel: Ein Partner erzählt von seinem Tag, der andere legt kurz das Handy weg, um zuzuhören.
Therapeutische Übung: Im systemischen Setting nutzen wir oft einen „Attunement-Dialog“, bei dem Partner abwechselnd kleine Erlebnisse teilen, während der andere lernt, vollständig präsent zu sein und aufmerksam zu reagieren.

2. Sie halten ein positives Verhältnis zu negativen Momenten aufrecht

Forschung zeigt, dass glückliche Paare mindestens fünf positive Interaktionen auf jede negative Interaktion haben. Es geht nicht darum, Konflikte zu vermeiden, sondern sicherzustellen, dass Wertschätzung, Humor und Zuneigung Kritik oder Spannung überwiegen.
Beispiel: Nach einem Streit bedankt sich ein Partner trotzdem dafür, dass der andere das Abendessen vorbereitet hat.
Therapeutische Übung: Ein „Positivitäts-Tagebuch“ lädt Paare dazu ein, täglich drei Dinge aufzuschreiben, die sie am anderen schätzen, um das emotionale Gleichgewicht zu stärken.

3. Sie pflegen Freundschaft und Bewunderung

Starke Beziehungen basieren auf Freundschaft. Glückliche Paare kennen die Details der inneren Welt des Partners – aktuelle Sorgen, Hoffnungen und Freuden. Diese Neugier hält die Verbindung lebendig.
Beispiel: Fragen wie „Wie lief das Meeting heute?“ oder sich an kleine Details erinnern, die der Partner erwähnt hat, stärken die emotionale Intimität.
Therapeutische Übung: Wir nutzen oft die „Love Map“-Übung, bei der Partner strukturierte Fragen stellen, um wieder zu entdecken, was dem anderen gerade wichtig ist.

4. Sie zeigen Freundlichkeit und Respekt

Selbst in Momenten von Frustration zeigen glückliche Paare Freundlichkeit im Tonfall und in der Sprache. Sie drücken Bedürfnisse aus, ohne zu beschuldigen, und gehen von guten Absichten aus.
Beispiel: Anstatt „Du hörst mir nie zu“ zu sagen, könnte man formulieren: „Ich fühle mich nicht gehört, wenn ich darüber spreche – können wir es nochmal versuchen?“
Therapeutische Übung: Die Kommunikationsübung „soft start-up“ lehrt Partner, Beschwerden so zu äußern, dass sie zu Dialog einladen, statt Verteidigung auszulösen.

5. Sie reparieren Konflikte früh

Glückliche Paare vermeiden Konflikte nicht; sie reparieren sie, bevor sie schädlich werden. Sie entschuldigen sich, nutzen Humor oder gehen physisch oder verbal aufeinander zu, um die Verbindung wiederherzustellen.
Beispiel: Ein Partner sagt: „Das habe ich falsch rübergebracht – können wir neu starten?“ statt die Spannung bestehen zu lassen.
Therapeutische Übung: Paare lernen „Reparaturrituale“, kurze Phrasen oder Gesten, die signalisieren, dass sie sich wieder verbinden möchten, wenn die Emotionen hochkochen.

6. Sie entwickeln ein gemeinsames „Wir-Gefühl“

Erfolgreiche Paare sehen sich als Team. Sie benutzen „wir“ häufiger als „ich“ oder „du“, besonders wenn sie Herausforderungen beschreiben. Diese geteilte Identität schafft Stabilität und Vertrauen.
Beispiel: „Wir schaffen das gemeinsam“ statt „Du machst das schwer“ verändert den emotionalen Ton erheblich.
Therapeutische Übung: Wir erkunden oft „gemeinsame Bedeutung“, indem wir Rituale, Werte und Ziele identifizieren, die ihr Zusammengehörigkeitsgefühl darstellen – wofür die Beziehung über den Alltag hinaus steht.

Gesunde Beziehungen entstehen nicht durch Perfektion, sondern durch kleine, wiederholte Momente der Verbindung. Jede Interaktion ist eine Gelegenheit, Vertrauen, Zuneigung und das Gefühl zu stärken, dass man gemeinsam unterwegs ist. Veränderung beginnt leise – mit einem freundlichen Wort, einem Moment der Aufmerksamkeit oder der Entscheidung, sich dem anderen zuzuwenden statt sich abzuwenden

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