Reflect with Juliane

Das U-Boot der Paartherapie: Tief in die Verbindung eintauchen

Deine Erfahrung und Erlebnisse sowie deine Ziele stehen für mich an erster Stelle

Einleitung

Paartherapie fühlt sich oft an wie eine Reise mit einem U-Boot, um an den Grund der Probleme zu gelangen – denn viele der Konflikte und Streitereien, die wir erleben, bleiben nur an der Oberfläche. Kein Paar trennt sich wirklich wegen Zahnpasta, und die wahren Probleme drehen sich nicht nur um den Abwasch, Schwiegereltern, Hobbys oder Kuscheln. Selbst wenn viele Paare glauben, dass Kommunikation das Hauptproblem sei, liegen die eigentlichen Sorgen viel tiefer – auf der Ebene von Verbundenheit, Fürsorge, Sicherheit und Respekt.

Tiefere Emotionen erkunden

Das U-Boot bringt uns unter die Oberfläche, um zu erforschen, was wirklich hinter unseren Konflikten steckt. Unter jedem Streit liegen Emotionen – Gefühle, die, wenn sie geteilt werden, helfen können, sich wieder zu verbinden. Verletzlichkeit fördert Nähe und lässt uns erkennen, dass wir uns in einem Konflikt oft ähnlich fühlen: verwirrt, einsam, ängstlich oder wütend. Anstatt zu sagen: „Du bist nie zu Hause“, können wir ausdrücken: „Ich bin so traurig darüber, wie wenig Zeit wir miteinander verbringen; ich vermisse dich.“ Wenn wir aus einer Position emotionaler Ehrlichkeit anstatt aus Frustration kommunizieren, schaffen wir Raum für Verständnis statt für Abwehr.

Absichten hinter Emotionen erkennen

Unter unseren Emotionen liegen unsere Absichten. In Konflikten kann es unglaublich hilfreich sein, sowohl unsere eigenen als auch die Absichten unseres Partners zu erkennen. In den meisten Fällen wollen beide Partner dasselbe: eine Lösung finden und die Beziehung verbessern. Selbst die Verhaltensweisen, die uns im Streit frustrieren, können aus einer guten Absicht heraus entstehen. Manche ziehen sich zurück – nicht weil sie nicht interessiert sind, sondern weil sie versuchen, die Situation zu entschärfen. Andere werden wütend – nicht weil sie ihren Partner ablehnen, sondern weil sie verzweifelt eine Lösung finden wollen. In den meisten Fällen liegt die Ursache für Konflikte nicht in Gleichgültigkeit, sondern in dem tiefen Wunsch, die Beziehung zu verbessern.

Verborgene Wünsche aufdecken

Unter unseren Absichten liegen unsere Wünsche. Jeder Vorwurf in einem Konflikt ist oft ein versteckter Wunsch. Anstatt zu sagen: „Du hilfst nie!“, könnten wir sagen: „Ich wünsche mir wirklich, dass wir die Arbeit gerechter aufteilen.“ Anstatt zu sagen: „Du interessierst dich nicht für mich!“, könnten wir ausdrücken: „Ich brauche gerade Bestätigung und Fürsorge.“ Wenn wir unsere Frustrationen als Wünsche formulieren, laden wir unseren Partner ein, mit Empathie zu reagieren, anstatt in die Defensive zu gehen. Diese kleine sprachliche Veränderung kann eine große Wirkung auf die Beziehung haben.

Grundlegende Bedürfnisse verstehen

Am tiefsten Punkt unserer Konflikte liegen unsere ureigenen Bedürfnisse – das Bedürfnis nach Sicherheit, Verbundenheit, Fürsorge, Respekt und Zugehörigkeit. Letztlich suchen wir nach Bindung und emotionaler Sicherheit in unserer Partnerschaft. Wenn diese grundlegenden Bedürfnisse nicht gesehen oder erfüllt werden, kann jedes noch so kleine Problem eskalieren, weil wir in Wahrheit um diese tiefen Bedürfnisse kämpfen. Sie zu erkennen und darauf einzugehen, ist der Schlüssel, um den Kreislauf von Konflikten zu durchbrechen und echte Intimität zu fördern.

Fazit

Das U-Boot ist nicht nur ein hilfreiches Werkzeug in der Paartherapie, sondern auch in akuten Konfliktsituationen mit dem Partner. Indem wir tiefer graben, um zu verstehen, was wirklich hinter unseren Auseinandersetzungen steckt, können wir uns gegenseitig besser verstehen, unsere Bindung stärken und den Weg zurück zueinander finden. Je tiefer wir tauchen, desto stärker kann unsere Beziehung werden.

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